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Hebräisch denken, griechisch denken: die Brille, mit der die Bibel geschrieben wurde.

Die Bibel ist fast vollständig von Hebräern geschrieben, unsere Logik stammt von den Griechen. Jeden Morgen ein Kontrast, ein Bezug zu deinem Alltag, eine Bibelstelle zum Nachlesen.

Der Kurs stützt sich auf Thorleif Bomans «Hebrew Thought Compared with Greek» als Rückgrat, auf James Barrs «The Semantics of Biblical Language» als Korrektiv, auf das erste Kapitel von Erich Auerbachs «Mimesis» und auf Claude Tresmontants «Essai sur la pensée hébraïque». Wo ein Gedanke aus einem bestimmten Werk stammt, nennt die Mail den Autor.

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Zwei Linsen, die sich überschneiden

Der Fahrplan: neun Wochen, neun Bögen

  1. Zwei Brillen. Verben statt Dinge, Erkennen als Beziehung, Hören vor Sehen, und warum «Wort» und «Tat» im Hebräischen ein Wort sind.
  2. Zeit und Raum. Mit dem Rücken zur Zukunft, gefüllte Zeit statt Uhrzeit, Sabbat, Warten, der rechte Augenblick.
  3. Erzählweisen. Die Narbe des Odysseus neben der Opferung Isaaks: zwei Arten, eine Geschichte zu erzählen.
  4. Grundwörter. Liebe, Schalom, Segen, Gebet, Tora, Retter, Herz: was die Wörter meinen, wenn man sie hebräisch liest.
  5. Bibellese-Werkzeuge. Parallelismus, Leitworte, Blocklogik, Bilder, Textebenen, Gedächtnis, Murmeln.
  6. Prüfwoche. Wo der Gegensatz zum Klischee wird: die Wurzel-Falle, Sprach-Stereotype, und was standhält.
  7. Schöpfung und Leib. Eine gewollte Welt, der Mensch als lebendige Seele, Hoffnung mit Leib.
  8. Jesus. Gleichnisse, Ich-bin-Worte, Bergpredigt, Paulus auf dem Areopag, «das Wort wurde Fleisch».
  9. Ernte. Der Brillenwechsel im Alltag, Arbeit als Dienst, Gemeinschaft, ein Wochen-Fahrplan zum Weiterlesen.
Lies die erste Mail, bevor du bestellst

Guten Morgen!

Ab heute kommt jeden Morgen ein kleiner Gedanke zu einer grossen Frage: Wie unterschiedlich haben die alten Hebräer und die alten Griechen die Welt angeschaut, und was macht das mit uns, wenn wir die Bibel lesen?

Der Punkt zum Start: Die Bibel ist fast vollständig von Hebräern geschrieben. Unser Schulsystem, unsere Logik, unsere Art zu argumentieren stammen dagegen von den Griechen. Wir lesen also ein hebräisches Buch mit einer griechischen Brille, meistens ohne es zu merken. Viele Stellen, die uns seltsam oder umständlich vorkommen, sind gar nicht seltsam. Sie sind nur anders gedacht, als wir es gewohnt sind.

In den nächsten Wochen schauen wir uns diese beiden Brillen an: wie Griechen und Hebräer über Wissen, Zeit, Schönheit, Liebe und Gott gedacht haben. Immer ein Gedanke pro Tag, dazu ein Blick in den Alltag und eine Bibelstelle zum Nachlesen.

Fürs Heute: Achte einmal darauf, wie oft du etwas verstehen willst, indem du es definierst und einordnest. Das ist die griechische Brille, und sie ist nützlich. Die hebräische fragt anders: nicht «Was ist das?», sondern «Was tut es, und was tue ich damit?»

Zum Nachlesen: Jesaja 55, Verse 8 und 9. Gottes Gedanken sind höher als unsere. Vielleicht auch: anders gebaut.

Einen guten Tag!

Der ganze Kurs, kostenlos

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Neun Wochen, jeden Morgen eine, auch am Wochenende. Kein Abo, keine Folgekosten, Abmelden jederzeit.

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