Die Bibel ist fast vollständig von Hebräern geschrieben, unsere Logik stammt von den Griechen. Jeden Morgen ein Kontrast, ein Bezug zu deinem Alltag, eine Bibelstelle zum Nachlesen.
Der Kurs stützt sich auf Thorleif Bomans «Hebrew Thought Compared with Greek» als Rückgrat, auf James Barrs «The Semantics of Biblical Language» als Korrektiv, auf das erste Kapitel von Erich Auerbachs «Mimesis» und auf Claude Tresmontants «Essai sur la pensée hébraïque». Wo ein Gedanke aus einem bestimmten Werk stammt, nennt die Mail den Autor.
Kurs bestellenGuten Morgen!
Ab heute kommt jeden Morgen ein kleiner Gedanke zu einer grossen Frage: Wie unterschiedlich haben die alten Hebräer und die alten Griechen die Welt angeschaut, und was macht das mit uns, wenn wir die Bibel lesen?
Der Punkt zum Start: Die Bibel ist fast vollständig von Hebräern geschrieben. Unser Schulsystem, unsere Logik, unsere Art zu argumentieren stammen dagegen von den Griechen. Wir lesen also ein hebräisches Buch mit einer griechischen Brille, meistens ohne es zu merken. Viele Stellen, die uns seltsam oder umständlich vorkommen, sind gar nicht seltsam. Sie sind nur anders gedacht, als wir es gewohnt sind.
In den nächsten Wochen schauen wir uns diese beiden Brillen an: wie Griechen und Hebräer über Wissen, Zeit, Schönheit, Liebe und Gott gedacht haben. Immer ein Gedanke pro Tag, dazu ein Blick in den Alltag und eine Bibelstelle zum Nachlesen.
Fürs Heute: Achte einmal darauf, wie oft du etwas verstehen willst, indem du es definierst und einordnest. Das ist die griechische Brille, und sie ist nützlich. Die hebräische fragt anders: nicht «Was ist das?», sondern «Was tut es, und was tue ich damit?»
Zum Nachlesen: Jesaja 55, Verse 8 und 9. Gottes Gedanken sind höher als unsere. Vielleicht auch: anders gebaut.
Einen guten Tag!
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