Spiegeln, Umdeuten, wohlgeformte Ziele, Anker: NLP hat viele Werkzeuge bekannt gemacht. Die meisten stammen aus älteren Quellen, einige bestehen vor der Forschung, andere nicht. Jeden Morgen kommt ein Werkzeug: woher es stammt, was die Studien dazu sagen und wie du es heute ausprobierst. Jede Woche endet mit einem Prüfstand, der das NLP-Versprechen neben die Befunde legt. Am Ende hast du sechs Werkzeuge und weisst bei jedem, wie viel es trägt.
Der Kurs stützt sich auf Alfred Korzybskis «Science and Sanity», Hayakawas «Language in Thought and Action», Judith Becks «Cognitive Behavior Therapy», David Burns' «Feeling Good», James Gross über Emotionsregulation, den Sammelband von Edwin Locke und Gary Latham zur Zielsetzung, die Studie von Tanya Chartrand und John Bargh zum Chamäleon-Effekt und Karen Pryors «Don't Shoot the Dog», dazu auf die NLP-Bücher von Richard Bandler und John Grinder, Joseph O'Connor und Robert Dilts und auf die Übersichten von Tomasz Witkowski, Jackie Sturt, Richard Wiseman sowie Jonathan Passmore und Tatiana Rowson. Wo ein Befund aus einem bestimmten Werk stammt, nennt die Mail den Autor.
Kurs bestellenGuten Morgen!
Du stehst auf einer Alp, die Wanderkarte in der Hand. Die gestrichelte Linie führt links am Stall vorbei zum Bach, und genau so liegt es vor dir: erst der Stall, dann der Bach. Darum taugt die Karte. Was sie verschweigt, merkst du an den Schuhen. Der Weg ist nass, eine Herde steht quer, und auf dem Papier bist du gar nicht eingezeichnet.
Der Satz, um den es acht Wochen lang geht, lautet: Die Karte ist nicht das Gebiet. Wer ihm in einem Kommunikationskurs begegnet ist, hält ihn womöglich für eine Erfindung des Neuro-Linguistischen Programmierens, kurz NLP, jener Methode, die Richard Bandler und John Grinder Anfang der Siebzigerjahre im kalifornischen Santa Cruz begannen. Der Satz ist älter. Er stammt von Alfred Korzybski und steht in seinem Buch «Science and Sanity», das im Oktober 1933 erschien.
Korzybski meinte damit mehr als eine Bescheidenheitsformel. Ihm ging es um Struktur. Deine Wanderkarte taugt, weil Stall und Bach auf ihr in derselben Folge liegen wie auf der Alp; hätte sie die beiden vertauscht, stündest du jetzt am falschen Ufer. Für Korzybski ist auch jede Sprache eine Karte in diesem Sinn, und darum lassen sich Sätze wie Karten danach beurteilen, ob sie die Ordnung der Dinge treffen. Keine zeigt alles. Und Sprache hat eine Eigenheit, die er Selbstbezüglichkeit nennt: Mit Wörtern lässt sich über Wörter reden.
Ein Wort zur Haltung. Dieser Kurs ist weder für NLP noch gegen NLP. NLP hat eine Reihe nützlicher Werkzeuge bekannt gemacht, viele davon stammen aus älteren Quellen. Bei jedem Werkzeug erfährst du drei Dinge: woher es kommt, was die Forschung dazu weiss, und was du heute damit anfangen kannst. Wo NLP eine alte Idee gut verpackt hat, steht das hier. Wo es mehr verspricht, als die Studien zeigen, steht auch das.
Der Weg: Diese Woche geht es um Karte und Gebiet. Woche zwei übt das genaue Nachfragen, Woche drei das Umdeuten eines Ärgers, Woche vier Ziele, die tatsächlich wirken. Woche fünf fragt, was am Angleichen im Gespräch dran ist, Woche sechs, wie Signale und Belohnungen Gewohnheiten formen. Woche sieben erzählt, woher NLP kommt, Woche acht prüft seine kühnsten Behauptungen. Am Ende hast du einen Werkzeugkasten mit sechs Stücken und weisst bei jedem, wie viel es trägt.
Jede Woche hat eine Übung, für die du weder Papier noch Gegenüber brauchst. Die erste heisst: das Etikett weglassen. Wir denken Menschen und Dinge oft mit einem Sammelwort, «der Chef», «die Jungen», «so ein Velofahrer». Sieben Tage lang holst du hinter solchen Wörtern den einzelnen Fall hervor.
Zum Ausprobieren: Achte heute auf ein Sammelwort, mit dem du einen Menschen in Gedanken abgelegt hast. Frag dich einmal still, was du von genau diesem Menschen tatsächlich gesehen oder gehört hast. Mehr ist heute nicht zu tun.
Zum Vertiefen: Alfred Korzybski, «Science and Sanity».
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