Ein Mailkurs über die Quantenphysik für Menschen ohne Vorkenntnisse. Jeden Morgen ein Gedanke aus der Welt des Allerkleinsten, ein Bezug zu deinem Alltag, eine Frage zum Selberdenken.
Jede Behauptung im Kurs stützt sich auf Bücher von Physikern: Richard Feynman, Werner Heisenberg, Leonard Susskind, Carlo Rovelli, Brian Greene und Helen Czerski. Wo ein Gedanke aus einem bestimmten Werk stammt, nennt die Mail es am Ende, damit du weiterlesen kannst, wenn dich ein Thema packt.
Kurs bestellenGuten Morgen!
Ab heute kommt jeden Morgen ein kleiner Gedanke aus einer Welt, die du noch nie gesehen hast, obwohl du mitten in ihr lebst: der Welt des Allerkleinsten. Es geht um die Quantenphysik, und bevor du jetzt innerlich zurückzuckst: Es kommt keine einzige Formel, versprochen. Nur Geschichten, Bilder und jeden Tag ein Gedanke, den man beim Frühstück fassen kann.
Der Punkt zum Start: Wir alle sind Fachleute für die grosse Welt. Ein Ball, den du wirfst, fliegt in einem Bogen und kommt herunter. Wasser fliesst bergab. Eine Tür ist offen oder zu, eine Tasse steht dort, wo sie steht, und wenn niemand sie anrührt, bleibt sie da. Diese Regeln haben wir mit dem Körper gelernt, lange bevor uns jemand Physik erklären wollte, und sie stimmen ja auch.
Nur: Sie stimmen für die grosse Welt. Vor gut hundert Jahren haben Forscher angefangen, ins ganz Kleine zu schauen, zu den Atomen und zum Licht selbst. Und dort fanden sie etwas Verblüffendes: Die vertrauten Regeln gelten da unten nicht mehr. Im Allerkleinsten kann etwas mehrere Möglichkeiten gleichzeitig in sich tragen, dort würfelt die Natur echten Zufall, dort verändert schon das Hinschauen das Geschehen. Die Physiker, die das entdeckten, waren selbst die Erschrockensten von allen. Einer der Grössten unter ihnen, Richard Feynman, sagte später sinngemäss: Niemand versteht diese Welt so richtig anschaulich, und trotzdem beschreibt keine Theorie die Natur genauer.
Und jetzt das Erstaunlichste: Auf diesen fremden Regeln ruht dein ganz normaler Tag. Das Handy in deiner Tasche rechnet nur, weil in seinen Chips Quantenregeln arbeiten. Jede Lampe mit Leuchtdioden, jeder Laser an der Supermarktkasse, sogar das Sonnenlicht auf deinem Gesicht: Alles davon entsteht nach den Gesetzen des Allerkleinsten. Man kann also sagen: Die vertraute Welt schwimmt auf einer unvertrauten, und die unvertraute trägt sie zuverlässig, jeden Tag.
In den nächsten sieben Wochen gehen wir da hinein, in kleinen Schritten. Diese erste Woche schauen wir uns an, dass die Natur im Kleinsten körnig ist: dass Licht und Energie in Portionen kommen wie Sand in Körnern. Später kommen die berühmten Rätsel, die Überlagerung, der Zufall, die verschränkten Teilchen, und ganz am Schluss die Frage, was das alles bedeutet.
Zum Selberdenken: Achte heute einmal darauf, wie viele deiner Handgriffe auf blindem Vertrauen in die grossen Regeln beruhen: dass die Tasse stehen bleibt, dass die Tür zu bleibt, dass nichts einfach verschwindet. Genau dieses Vertrauen macht die Quantenwelt so überraschend, denn dort unten gelten andere Selbstverständlichkeiten.
Zum Vertiefen: Dieser Kurs stützt sich auf Bücher von Richard Feynman, Carlo Rovelli, Werner Heisenberg und Leonard Susskind; wo ein Gedanke aus einem bestimmten Buch stammt, steht es jeweils am Ende der Mail.
Einen guten Tag!
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